Eine kalte Lötstelle ist eine mechanisch und elektrisch schlechte Lötverbindung. Sie entsteht dadurch, dass eine Lötstelle nicht korrekt vom Lötzinn benetzt wurde oder die Verbindung beim Abkühlen bewegt wurde. → Ergebnis: Wackelkontakt oder hoher Übergangswiderstand

Typische Ursachen
- Zu geringe Löttemperatur (Lötspitze/Pad/Bauteil wird nicht ausreichend erwärmt)
- Zu kurze Lötzeit (Lot schmilzt zwar, aber Benetzung bleibt unvollständig)
- Bewegung während des Erstarrens (Stecker/Bauteil verrutscht)
- Oxidierte/verschmutzte Oberflächen (Pads, Bauteilbeinchen, alte Lötspitze)
- Zu wenig/ungeeignetes Flussmittel
- Wärmeabfuhr zu hoch (z. B. große Masseflächen ohne Vorwärmen/geeignete Spitze)
Erkennungsmerkmale
erste Symptome
bereits bei der Benützung eines Geräts können sich Symptome einer kalten Lötstelle zeigen
- Gerät funktioniert nur bei Druck/Biegen/Klopfen
- Wiederholend auftretende Fehler (kommen und gehen)
- Erwärmung an der Stelle (durch erhöhten Übergangswiderstand)
- Messbar: instabiler Widerstand / Spannungsabfall unter Last
Sichtprüfung
bei einer Sichtprüfung der Platine lassen sich kalte Lötstellen erkennen an:
- Matt, körnig, manchmal rissig
- Wirkt wie „aufgelegt“ statt sauber verlaufen
- Unter Lupe: Haarrisse am Übergang Lot ←> Pad/Pin
Behebung
- reinigen der Lötstelle, ggf. entlöten
- Flussmittel dazu geben
- Lötstelle sauber benetzen
- Nicht bewegen, bis vollständig erstarrt
- Flussmittelreste je nach Typ reinigen
Vorbeugung
- Passende Lötspitze (mit Wärmekapazität) und Temperatur wählen
- Genug Zeit fürs Durchwärmen von Pad + Anschluss
- Saubere Spitze (abstreifen/abziehen) und ggf. neu verzinnen
- Bei großen Masseflächen: Vorwärmen, mehr Leistung oder größere Spitze
- Bauteile während des Lötens fixieren (z. B. „dritte Hand“, Klebeband, Halteklammer)
Merksatz
Nicht das Lot muss nur schmelzen – die Kontaktflächen müssen heiß genug sein, damit das Lot sauber benetzt.