Differenzführung (auch differenzielle Signalführung, symmetrische Führung) ist eine Art der Signalführung, bei der ein Signal über zwei Leiter als Paar geführt wird und der Empfänger nicht die Spannung eines Leiters gegen Masse auswertet, sondern die Spannungsdifferenz zwischen beiden Leitern.

Prinzip

Zwei Leitungen tragen entgegengesetzte Signalanteile (V_1) und (V_2). Ausgewertet wird:

Zusätzlich kann es einen gemeinsamen Anteil geben (Gleichtakt):

Der große Vorteil: Störungen, die auf beide Leitungen ähnlich einwirken (Gleichtaktstörungen), werden im Idealfall bei der Differenzbildung weitgehend unterdrückt.

Typische Merkmale

  • zwei Adern als Paar (oft verdrillt)
  • Empfänger misst Differenz statt „gegen GND“
  • bessere Störfestigkeit und meist geringere Abstrahlung (EMV)
  • wichtig: gleiche Leitungslänge/Impedanz im Paar (symmetrisches Routing)

Beispiele

  • Digitale Schnittstellen: RS-485, CAN, LVDS, Ethernet
  • Analog: symmetrisches Audio, Messbrücken (Wheatstone), differenzielle Sensorsignale